Hypotonie bezeichnet einen zu niedrigen Blutdruck, der in der Physiotherapie vor allem im Zusammenhang mit Kreislaufregulation, Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit relevant ist. Sie ist keine Krankheit im eigentlichen Sinne, kann aber durch Schwindel, Müdigkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten den Alltag und die Therapie beeinflussen.
Definition und Ursachen
Von Hypotonie spricht man, wenn der systolische Blutdruck dauerhaft unter etwa 100 mmHg liegt. Ursachen können genetische Veranlagung, Bewegungsmangel, Flüssigkeitsmangel oder hormonelle Einflüsse sein. Auch längere Bettlägerigkeit oder bestimmte Medikamente können den Blutdruck senken.
Symptome
- Schwindel beim schnellen Aufstehen
- Kalte Hände und Füße
- Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche
- Kurzzeitige Seh- oder Gleichgewichtsstörungen
Bedeutung in der Physiotherapie
Therapeutinnen und Therapeuten berücksichtigen eine bestehende Hypotonie bei der Planung von Bewegungseinheiten. Besonders bei Kreislauftraining oder Lagewechseln (z. B. vom Liegen ins Stehen) ist eine angepasste Belastung wichtig, um Kreislaufprobleme zu vermeiden. Regelmäßige Bewegung, Atemübungen und ausreichend Flüssigkeitszufuhr können den Blutdruck stabilisieren.
Therapeutische Maßnahmen
Empfohlen werden Ausdauertraining, Wechselduschen, Kneipp-Anwendungen und gezielte Aktivierung der Beinmuskulatur, um den venösen Rückfluss zu fördern. Auch moderate Kräftigungsübungen und Mobilisationen tragen zur Verbesserung der Kreislaufstabilität bei.
Bewertung
In den meisten Fällen ist Hypotonie harmlos und sogar mit positiven Langzeiteffekten verbunden, da sie das Herz-Kreislauf-System weniger belastet. Dennoch sollte sie therapeutisch beachtet werden, um Schwindel oder Erschöpfung während der Behandlung zu vermeiden.
Verwandte Begriffe: Kreislauftraining, Hydrotherapie, Bewegungstherapie