Was ist Manuelle Therapie?

Manuelle Therapie ist eine Spezialisierung innerhalb der Physiotherapie, die sich auf die Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen mithilfe von manuellen Techniken und Trainingstherapie konzentriert. Diese Techniken wenden wir an, um Blockierungen in den Gelenken zu lösen, Muskeln zu entlasten und Ihr allgemeines Wohlbefinden zu steigern.

Die Behandlung durch einen erfahrenen Physiotherapeuten kann Schmerzen lindern, Ihre Beweglichkeit verbessern und Heilungsprozesse beschleunigen. Sie kann auch dazu beitragen, bestimmte Verhaltensweisen zu ändern, die Ihr Problem verursachen oder verschlimmern.

Die Therapeuten benötigen für die Abrechnung von Verordnungen Manuelle Therapie MT eine Zertifikatsausbildung, die mindestens 260 Stunden umfasst. Darüber hinaus kann man sich zum orthopädischen Manualtherapeuten weiter qualifizieren. Diese Ausbildung umfasst insgesamt 1000 Weiterbildungsstunden. Der Physiotherapeut erhält die Zusatzbezeichnung OMT.

In unserer Praxis für Physiotherapie Rodenkirchen sind die Kollegen auf diesem Niveau spezialisiert, oder streben dieses an. Bei dieser Erweiterung werden zusätzliche Behandlungsmethoden, wissenschaftliches Arbeiten und der Einblick in andere Therapiekonzepte vermittelt.

Spezialisten im Bereich der Physiotherapie

Was zeichnet einen Manualtherapeuten aus?

Das besondere an der Arbeit eines Manualtherapeuten ist die strukturierte Herangehensweise an ihre Beschwerdelage.

Diese startet mit dem Befund, bestehend aus:

  • Anamnese (Patientengespräch), Fragen zum Krankheitsgeschehen, Einschränkungen im Alltag und sozialer Teilhabe
  • Untersuchung bestehend aus Inspektion, aktive und passive Untersuchung, spezifische Tests
  • Erklärung des Beschwerdebildes und der Behandlungsmöglichkeiten
  • Zielformulierung und Prognose des zu erwartenden Behandlungsverlaufes

Dann folgt in den nächsten Sitzungen die Behandlung, deren Erfolg stetig kontrolliert und dokumentiert wird. Behandlungsfortschritte können an messbaren Parametern oder funktionellen Assessments gemessen werden.

Durch spezielle Behandlungstechniken, Übungen sowie dem Funktionstraining an Geräten, bewirken wir mit Ihnen gemeinsam die Mobilisation und Stabilisation Ihrer betroffenen Gelenke. Wir begleiten sie bis zum Erreichen Ihrer angestrebten Therapieziele. 

Häufige Anwendungsbereiche

  • Gelenkbeschwerden
  • Muskelverspannungen
  • Fehlbildungen des Bewegungsapparates
  • Schmerzen im Bereich Rücken, Nacken und Schulter
  • Kopfschmerzen & Migräne

Es gibt in der Medizin verschiedene Behandlungskonzepte die den Verbraucher manchmal verwirren, da die Abgrenzung der Begriffe oft nicht klar wird. So sind Osteopathen, Chiropraktiker und Manualtherapeuten alles Behandler, die ähnliche Methoden anwenden, aber diese aufgrund unterschiedlicher Denkmodelle einsetzen. Auch der Unterschied der Manuellen Therapie zur Krankengymnastik ist meist unklar.

Therapie

Unterschied Manuelle Therapie
und Krankengymnastik etc.

Wo liegt der Unterschied zwischen Manuelle Therapie und Krankengymnastik, Manuelle Therapie und Osteopathie, Manuelle Therapie und Chiropraktik

Manuelle Therapie versus KG

Krankengymnastik ist im Wesentlichen gekennzeichnet durch die Anregung von Heilungsprozessen, vorwiegend im Bereich des Bewegungsapparates mittels aktiver Übungen. Manuelle Therapie ist als passives Behandlungskonzept entstanden und entwickelt sich ständig weiter.

MT versus Osteopathie

Osteopathie ist eine Behandlungsform, die Ende des 19. Jahrhunderts in Amerika entwickelt wurde. Ursprünglich wurden nur die Gelenke behandelt. Die Manuelle Therapie hat sich im 20. Jahrhundert aus der Osteopathie entwickelt.

MT versus Chiropraktik

Die Chiropraktik wurde ebenfalls im 19. Jahrhundert entwickelt mit der Idee, daß verschiedene Krankheitsbilder, auch nicht orthopädische, ihren Ursprung in der Wirbelsäule haben. In der Manuellen Therapie wird versucht wissenschaftliche Erkenntnisse in die fortlaufende Entwicklung des Konzeptes einzubringen.

Unsere Experten helfen Ihnen gerne

Wenn Sie Fragen zur manuellen Therapie haben oder interessiert an den Vorteilen dieser Methode sind, stehen unsere Experten Ihnen jederzeit zur Seite. 

Physiotherapeut Andreas Müller - Gemeinsam zum Therapieziel

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Was ist der Unterschied zwischen Manuelle Therapie und Krankengymnastik

Die aus der Heilgymnastik hervorgegangene Krankengymnastik ist im Wesentlichen gekennzeichnet durch die Anregung von Heilungsprozessen, vorwiegend im Bereich des Bewegungsapparates. Zu Beginn des 20.Jahrhunderts haben Frauen oft unentgeltlich Krankenhauspatienten behandelt.

Häufig verwendete Methoden sind:

  • Gleichgewichtsübungen
  • Koordinationstraining
  • Kraftübungen
  • Beweglichkeitstraining
  • Dehn- und Lockerungsübungen

Die Manuelle Therapie hat sich als Spezialisierung Mitte des 20. Jahrhunderts damit beschäftigt, den Bewegungsapparat passiv zu mobilisieren. Es wurden Denkmodelle entwickelt, die ein mechanisches Verständnis des Bewegungsapparates zugrunde legten. Auf Basis dieser Modelle wurden Therapiekonzepte beschrieben und entwickelt. Heutzutage ist die MT eine eigene Abrechnungsposition der gesetzlichen Krankenkasse.

Häufige Einsatzfelder sind:

  • Bandscheibenvorfälle
  • Spondylarthrose
  • Impingementsyndrom
  • HWS Syndrom
  • Spannungskopfschmerz
  • Coxarthrose

Der Unterschied der beiden Begriffe liegt also mehr in der Historie. In der Praxis kommen meist die Techniken zur Anwendung, die für die Behandlung am erfolgversprechendsten sind. Die Physiotherapeuten, die sich nicht für eine Zertifikatsausbildung entscheiden, haben allerdings weniger Möglichkeiten ihre Patienten optimal zu versorgen.

Deshalb legen wir in unserer Praxis besonderen Wert auf die Motivation unserer Mitarbeiter sich fortzubilden.

Was ist der Unterschied zwischen Manuelle Therapie und Osteopathie?

Bei der Osteopathie spricht man von einer ganzheitlichen Therapie. Die ursprüngliche Behandlung des Bewegungsapparates wurde mit der Zeit durch die Behandlung der Organe und des kraniosakralen Systems erweitert. Man spricht von den drei Säulen der Osteopathie.

Ziele dieser Methode sind:

  • Aktivierung von Selbstheilungsprozessen
  • Regulierung des Liquorflusses
  • Lösung von Blockierungen
  • Einklang der Körpersysteme
  • Mobilisierung der Fascien

Die manuelle Therapie hat die Behandlung des Bewegungsapparates zu ihrer Hauptaufgabe gemacht. Dabei wurde das Konzept mit der Zeit durch die medizinische Trainingstherapie erweitert. Aktuell basiert das Konzept auf einem bio-psycho-sozialen Denkmodell, so dass neben der körperlichen Therapie auch psychische und soziale Aspekte des Patienten berücksichtigt werden.

Ebenso wird das Bewegungsverhalten analysiert und Ratschläge für Beruf und Freizeit gegeben.

Ziele der Manuellen Therapie sind:

  • Mobilisation von Muskeln, Nerv und Gelenken
  • Erlernen günstiger Bewegungsmuster
  • Steigerung der Belastbarkeit
  • Schmerzverhalten verstehen (Explain Pain)
  • Alltagsbelastungen erkennen

Der Unterschied dieser beiden Heilverfahren liegt im Wesentlichen im Denkmodell des jeweiligen Konzeptes. Die Osteopathie ist eine überwiegend passive Methode mit der Idee, dass der menschliche Körper durch den externen Reiz des Therapeuten seine Selbstheilungskräfte aktiviert. Die Manuelle Therapie gibt ebenfalls passive Reize auf die der Körper reagieren soll. Um diesen Effekt allerdings zu erhalten, werden verschiedene Trainingsmethoden angewendet und Verhaltensänderungen erörtert.

Was ist der Unterschied zwischen Manuelle Therapie und Chiropraktik?

Bei der Chiropraktik werden die Gelenke des Körpers mittels eines Impulses mobilisiert. Der Chiropraktiker hat eine Behandlungsliege, die sehr differenziert einstellbar ist. Dadurch kann der Behandler verschiedene Positionen der Gelenke einstellen und anschließend die Blockierung lösen. Gerade im Bereich der Wirbelsäule sollen Reflexe die Funktion des gesamten Körpers günstig beeinflussen.

Maßnahmen der Chiropraktik sind:

  • Einrenken von Gelenken mit Impuls
  • Mobilisation der Gelenke
  • Dehnung der Muskulatur
  • Reflextechniken für die Nerven

Bei der manuellen Therapie werden Gelenke ebenfalls mobilisiert, allerdings meist nach Ruhigstellungen oder Entzündungen. Die Behandlung muss dann häufig wiederholt werden, um die vollständige Mobilisation zu erreichen.

Weitere Maßnahmen der manuellen Therapie sind:

  • Manuelle Weichteilbehandlung der Muskulatur
  • Neurale Mobilisation
  • Medizinische Trainingstherapie
  • Üben physiologischer Bewegungsmuster

Der wesentliche Unterschied besteht in der Ausbildung der beiden Berufe. Der Chiropraktiker durchläuft meist eine fünfjährige Ausbildung bei privaten Ausbildungsanbietern.

Die MT ist eine Spezialisierung innerhalb eines Berufsstandes. Überwiegend bilden sich Physiotherapeuten in diesem Bereich fort. Allerdings war zu Beginn der MT der Anteil von Ärzten deutlich höher.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Ein breites Behandlungsspektrum aus passiven und aktiven Maßnahmen kommt zum Einsatz. Beispielsweise Mobilisation von Gelenk, Muskeln und Nerven, sowie Stabilisation mittels Funktionstraining.
Physiotherapeuten benötigen eine Zertifikatsausbildung mit mindestens 260 Weiterbildungsstunden.
Nein. Der Begriff stammt aus einer Zeit, wo dies weitgehend zutreffend war. Das Konzept wandelt sich stetig und der Begriff Muskuloskelettale Physiotherapie ist heute zeitgemäßer.
Eine Manuelle Therapie ist bei Einschränkungen des Bewegungsapparates und den damit verbundenen Schmerzzuständen sinnvoll.
Wird diese Maßnahme im Rahmen einer Heilmittelverordnung durchgeführt liegt die Behandlungsdauer zwischen 15 und 25 Minuten. Je nach Umfang des Krankheitsbildes kann es sinnvoll sein die Behandlungsdauer zu verlängern. Dieses geht mit einer verordneten Doppelbehandlung seitens des überweisenden Arztes, oder auf privater Basis.